Zitate - Ein eigenes Zimmer
07.10.50
„Apropos Bild: Da fällt mir ein, dass mir meine Eltern heute feierlich eröffnet haben, dass ich nun endlich doch noch ein eigenes Zimmer bekomme. Ich bin vor Freude bald an die Decke gesprungen. Das kannst Du vielleicht nachfühlen, wenn Du Dich auch mal so jahrelang nach  einem eigenen kleinen Reich gesehnt und es dann doch noch bekommen hast, wenn Du schon gar nicht mehr dran geglaubt hast. Jetzt male ich mir schon immerzu in Gedanken aus, wie ich das Zimmer einrichten und ganz à la Brigitte zuschneiden werde, so dass es jeder tatsächlich gleich als mein ureigenstes Reich erkennt. Ein Bett dulde ich natürlich nicht drin, sondern nur eine Couch; das macht ein Zimmer gleich etwas eleganter. Natürlich muß auch ein großer Bücherschrank und viele Bilder `rein. Vor allem brauche ich eine Leselampe, damit ich abends vorm Einschlafen noch schmökern kann.
Bloß ein Kacheltisch und ein Sessel sind noch ein Problem, [...]." (S. 66f.)
Aus dem Briefwechsel mit Veralore Schwirtz: Aber wir schaffen es, verlaß Dich drauf!